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"Die folgende kunsthistorische Einordnung beschreibt das Werk von Gabriele Glas aus fachlicher Perspektive."
Kunstrezension
„Gabriele Glas entwickelt in ihrem Werk eine eigenständige und bemerkenswert zeitgenössische Position innerhalb der abstrakten Malerei, in der Farbe nicht nur als Mittel, sondern als emotional aufgeladener Erfahrungsraum wirksam wird. Charakteristisch ist ihr konsequenter Einsatz von Pigmenten auf Basis von Leimfarbe, wodurch eine matte, zugleich tiefgründige Oberflächenwirkung entsteht, die sich deutlich von ölgebundenen Maltraditionen absetzt und den Arbeiten eine unverwechselbare stoffliche Präsenz verleiht.
In vielschichtigen, prozesshaft aufgebauten Farbräumen verdichten sich transparente und opake Schichten zu vibrierenden Bildgefügen, die weniger gesehen als vielmehr empfunden werden.
In Werken wie „Oase“, „Lebensraum“ und „Resonanz im Gelb“ zeigt sich exemplarisch, wie differenziert Glas Farbklänge orchestriert und subtile Spannungsfelder zwischen Verdichtung und Offenheit entstehen lässt, während „Im Licht der Menschlichkeit“ ihre abstrakte Bildsprache erstmals um fragile figürliche Anklänge erweitert.
Glas gelingt es in besonderer Weise, emotionale Zustände in atmosphärische Farbräume zu übersetzen, die beim Betrachter intensive Resonanzräume öffnen – zwischen Ruhe, Weite und innerer Bewegung. Gerade in einer Gegenwart, die von visueller Überreizung und narrativer Eindeutigkeit geprägt ist, behauptet ihre Malerei die Relevanz des Nicht-Eindeutigen und des sinnlichen Erlebens. Die subtile Erweiterung ihrer Bildsprache verstärkt dabei die existentielle Dimension ihres Schaffens.
So manifestiert sich ihr Werk als eindringliche künstlerische Position, die die Malerei als sinnlich-emotionales Erkenntnisfeld von hoher Aktualität und nachhaltiger Wirkung behauptet.“
Dr. Alexander Rácz, Kunsthistoriker
Foto: Alexander Virag - info@aviragphoto.com
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